Zur Vorwarnung: Achtung dies ist eine wahre Begebenheit, ich habe sie wirklich so erlebt!
Vor einigen Tagen lag ein Wollknäuel ausgerollt auf dem Boden.
Er hat sich aber nicht von selbst entwickelt. Mein Kätzchen hat sich kreativ betätigt, und zwar nach allen Regeln der Evolution. Zuerst erfolgte die Selektion. War es Zufall, dass das Kätzchen genau dieses eine Knäuel isolierte und der Mutation unterzog? Ich wusste zwar genau wie sie es gemacht hat, aber nicht warum. Ich habe mit ihm gehadert und es deshalb mehrmals gefragt: Was ist der Sinn dahinter? Aber es zog es vor, die Macht des göttlichen Schweigens zu nutzen und mich über seine Gründe im Unklaren zu lassen. Vielleicht befürchtete es, ich würde nicht verstehen, dass das, was man als Zerstörung auslegen könnte, in Wahrheit Schöpfung war. Ist ja auch verständlich, da von uns Menschen immer alles als Spieltrieb abgetan wird. Ein zufriedenes Schnurren kann aber nicht die Antwort sein!
Da ich vom ignoranten Kätzchen also niemals eine befriedigende Antwort erwarten konnte, wendete ich mich an den scheinbar hilflos daliegenden Wollknäuel. Zu meinem Erstaunen hatte dieser sofort die passende Erklärung: Ihm war es Leid ständig zusammengekauert im hintersten Eck des Kastens zu verbringen, und so hat er sich einfach des Kätzchens bedient. Er verführte es geschickt mit Mimikry (er war grau mit abstehendem Faden), ließ dabei aber das Kätzchen ständig in dem Glauben, dass es die Fäden in der Pfote hatte, als es den Knäuel geschickt um die Kralle wickelte.
Ich weiß, das ist eine verworrene Geschichte, finde aber, dass der Wollknäuel ein Egoist und selbst schuld an seinem Zustand ist! Vielleicht kommt für den Knäuel aber trotzdem irgendwann noch einmal ein anderer Schöpfer und bringt das ganze wieder in die Ordnung seiner persönlichen und somit universell gültigen Regeln. Dazu muß der Knäuel aber vorher seine Einstellung gründlich überdenken, sonst ist er nicht dem Zufall unterworfen!
Verfasst von analysepatient